Chronik  

Der Karnevalsgesellschaft

Schlemmännchere Dürboslar



Um Weihnachten1949 war man in Dürboslar der Meinung, auch Karneval müßte im Dorf etwas geschehen.

So saßen am zweiten Weihnachtstag 1949 am Stammtisch in der Gaststätte Köbgens einige Herren zusammen um den Frühschoppen in vollen Zügen zu genießen.

Anwesend waren die Herren Heinz Küpper, Matthias Pütz, Josef Bücher, Franz Sevenich, Heinz Gatzweiler und einige andere Herren, die den Verfassern aber leider in der so lange zurückliegenden Zeit entfallen sind.

Das Frühschoppen am zweiten Weihnachtstag zog sich immer sehr lange hin, so daß manch einer mit dem Mittagessen von zu Hause versorgt wurde, Pizzataxis gab es ja noch nicht.

Mit zunehmendem Alkoholspiegel kam das Gespräch auf Karneval, und das am zweiten Weihnachtstag!

Man sprach über die Möglichkeit, einen Karnevalsumzug in Dürboslar zu veranstalten. Spontan sagte Karl-Heinz (Heinz Küpper):“ Wenn das was wird stelle ich meinen Ochsen zur Verfügung und wir ziehen mit dem durchs Dorf.“

Es kam Karnevalsonntag 1950 und das, was sich an diesem Tag ereignete, wird von der Karnevalsgesellschaft Schlemmänchere, nach Rücksprache mit den noch lebenden Gründern änne Hens, Johannes Hens und Karl Kleinermann, als ihr Gründungsdatum angesehen.

Man war bei BöntensBilla zum Frühschoppen und erinnerte sich an das Gespräch vom zweiten Weihnachtstag und daran, daß Heinz Küpper seinen Ochsen für einen Karnevalsumzug zur Verfügung stellen wollte.

Genau dies machte man dann auch wahr. Man zog die Maarstraße hoch zur Wiese (jetziges Grundstück Edmund Hens) um den Ochsen zu holen.

Dem Zug voraus Karl-Heinz, Franz Jünger, Franz Schröder, Josef Jordan, Josef Meyer und Franz Lenzen. Von dort aus zog man mit dem Ochsen durch das ganze Dorf.

Es schlossen sich immer mehr Dürboslarer Karnevalsbegeisterte dem Zug an.

Im Laufe des Nachmittags ereigneten sich so manche Anekdoten, die bis heute in Erinnerung geblieben sind.

So gefielen z.B. Josef Meyer die Hufe und die Hörner des Ochsen nicht, er besorgte Farbe und lackierte dem Ochsen die Hufe und die Hörner wie? Rot natürlich!

Der Zug wurde immer größer und bunter, weil sich viele Kostümierte dem Zug anschlossen. So kam Johanna Schmelzer im Brautkleid.

Weil Josef Meyer den Zug schon in Cut und Zylinder begleitete, setzte man Johanna und Josef kurzerhand auf den Ochsen und führte sie so weiter durchs Dorf.

Man kam dann zum Hof Gatzweiler und kehrte dort ein. Schließlich mußte man ja auch etwas flüssiges zu sich nehmen. Bäckerin Erna Lenzen meinte, die Leute hätten sicher auch Hunger und spendierte eine Schüssel Pfannkuchen. Der Duft der frischen Pfannkuchen rief den Ochsen auf den Plan, denn der fraß kurzerhand die Schüssel mit den Pfannkuchen leer.

Nachdem der Ochse gesättigt war setzte sich der Zug wieder in Bewegung in Richtung Landstraße.

Da war doch noch was, ja natürlich, Alois Schmitz !

Seines Zeichens Wirt des Jägerheims und bei dem gibt es bestimmt etwas zu trinken. Man wurde nicht enttäuscht!

Von Alo aus ging es dann die Heerstraße hinauf. Am Tor des Hofes Koch stand Franz und winkte den Zug auf seinen Hof. Man ließ sich nicht lange bitten, denn man wußte, wenn der ernst macht gibt’s was ganz besonders gutes. So war es dann auch, Franz Koch spendierte der ganzen Sippschaft ein paar Flaschen Mosel Trester.

Aber eine wurde vermißt und das war Elisabeth Koch. Wem sollte das anders aufgefallen sein als Josef Meyer. Der fragte Franz, wo denn seine Frau sei? Franz meinte, die liege mit Grippe im Bett. Josef Meyer machte sich dann auf zu einem Krankenbesuch. Als er ins Krankenzimmer kam strauchelte er und fiel auf das Bett, es mußte leider nach Karneval repariert werden, denn es war zusammen gebrochen!

Von Koch aus zog man dann weiter durch das Fuchsloch auf den Schulplatz vor die Gaststätte Köbgens. Alle gingen in die Gaststätte, außer Josef Jordan und Franz Jünger, die hatten noch eine besondere Idee.

Sie führten den Ochsen in die noch vom Krieg beschädigte Gaststätte, durch den Flur bis direkt vor die Theke (jetzige Kegelbahn).

Da der Ochse die Pfannkuchen gefressen hatte, bekam er einen mächtigen Durst. Das Spülbecken in der Theke zog ihn magisch an. Er soff es leer bis zum letzten Tropfen. Franz Lenzen aber meinte, daß Wasser alleine nicht genügt und goß dem Ochsen eine halbe Flasche Schnaps in das Becken. Natürlich Knolli Brändi. Von Köbgens aus ging es, nachdem man den Ochsen wieder auf der Straße hatte, weiter.

Es gab ja schließlich noch eine Kneipe und die mußte man schließlich

 

 

auch besuchen. Bei Billa (Gasstätte Meyer) angekommen sollte der Ochse natürlich auch dort mit in die Gaststätte. Aber oh Schreck, er ging nicht durch die Tür.

Bis zum Flur kam man aber die Tür zur Gaststätte war ein unüberwindbares Hindernis, obwohl man dem armen Ochsen schon fast den Kopf vom Hals abgedreht hatte. Aber auch am Schwanz konnte man ja noch anfassen und schieben. Das allerdings quittierte der Ochse mit einem riesengroßen Ochsenfladen mitten in den Flur.

Da alle Bemühungen, den Ochsen in die Gaststätte zu bugsieren gescheitert waren, wurde er wieder auf die Straße geführt und Heinz Küpper brachte das Tier nach Hause. Aber alle anderen, die sich an diesem Tag vergnügt hatten, feierten noch viele schöne Stunden Karneval.

 

Nachdem der erste Karnevalsumzug 1950 so eine gelungene Sache war, wird bis heute der Karnevalsumzug der KG Schlemmänchere am Karnevalssonntag durchgeführt.

 

Am Karnevalsmontag 1950 traf man sich zum Frühschoppen bei Billa,

Natürlich drehten sich die Gespräche beim Frühschoppen nur um den Umzug am Vortag. Es wurden weitere Pläne geschmiedet und so war es nicht verwunderlich, daß die Idee geboren wurde, Karnevalssitzungen durchzuführen.

Alles leichter gesagt als getan. Aber man blieb dran an der Idee. Im Laufe des Jahres 1950 traf man sich dann, um einen Vorstand zusammen zu stellen, der sich dann aus folgenden Personen zusammen setzte:

1. Vorsitzender:             Josef Jordan

Mit von der Partie waren auch Franz Lenzen, Franz Jünger, und Fritz Geusen. In welchen ämtern ist allerdings leider heute nicht mehr nachzuvollziehen.

So einfach war es aber leider doch nicht, da man mit Karnevalssitzungen ja überhaupt keine Erfahrung hatte und es an allem fehlte. An Aktiven, die das Publikum unterhalten konnten, an Vorträgen, Gesangsstücken und allem anderen was zu einer Karnevalssitzung gehört.

In erster Linie mußte auch ein Präsident gefunden werden und ein Elferrat. Den Präsidenten brauchte man nicht lange suchen. In der St. Ursula Straße ging einer seinem Schusterhandwerk nach, Und als Bossler Jong wird er uns nicht im Stich lassen. Gemeint war:

Heinrich Schröder Sen.

1.        Sitzungspräsident der KG Schlemmänchere

So machten sich die Vorstandsherren auf den Weg in die Schusterwerkstatt von Heinrich Schröder, die im alten Haus von Josef Bücher war (jetziges Wohnhaus Familie Franz Ernst Zander).

Man brachte das Anliegen vor und nach kurzem Zieren sagte er ja.

Von da an sprudelten die Ideen nur so aus Hein Schröder heraus und an seinem karnevalistischen Naturtalent hat sich die KG Schlemmänchere und ganz Dürboslar viele Jahre erfreut.

Er war einer der aktivsten Karnevalisten die der KG zur Verfügung standen als Präsident, Büttenredner, Gesangsinterpret und Verfasser von Liedern und Reden.

 

1951 klappte es noch nicht so ganz mit der Durchführung einer Karnevalssitzung, so daß man sich noch stärker bemühte.

In der Schusterwerkstatt war ab sofort „Treffpunkt Karneval“. Wann immer mehr als 3 Leute dort zusammen waren, wurde über Ideen für Karneval nachgedacht. Es wurden viele Ideen geboren und wieder verworfen. Mit von der Partie waren Fritz und Minschen Geussen, Johannes und änne Hens, Johannes Bücher, Willi Nießen, Franz Lenzen und einige mehr.

Franz Lenzen stellte auch im Winter das Heizmaterial für die Schusterwerkstatt zur Verfügung, denn er war dabei, die alten Kastanien von der Landstraße abzutransportieren.

Im Laufe des Herbst 1951 bemühte sich der Vorstand, einen Elferrat zusammen zu bekommen, damit der Präsident nicht alleine am Tisch saß.

Dem allerersten Elferrat gehörten an:

Josef Jordan, Franz Jünger, Josef Bücher, Josef Nießen, Fritz Pfennings, Gottfried Frings, Matthias Leufen, Josef Koch, Josef Güldenberg, Fritz Geussen, und als Zeremonienmeister Heinrich Bruchmann

 

Im Winter 1951-1952 standen auch die ersten Aktiven fest, die das Programm der ersten Karnevalssitzung in Dürboslar gestalten sollten. Es waren :

Die Dorfschwalben:   änne Hens, Minschen Geussen,

Jakob Schneiders

Die vier Botze:                        Johannes Hens, Willi Nießen,

Anton Pütz, Matthias Müller

Als Büttenredner:

Baltasar Frings         als      Eisbrecher

Minschen Geussen     als      Het selfs        

Heinrich Schröder     als      Soldat 

Johann Dresia                        als       Tränentier

Gerhard Bock             als       Rekrut



Als Veranstaltungsort für die erste Sitzung hat man sich für die Gaststätte Bönten , bei Billa, entschieden. Es wurde sehr eng in der Gaststätte, denn es kamen viele Dürboslarer um sich das Spektakel anzuschauen. Es hat Ihnen gefallen und die Aktiven wurden mit Beifall überhäuft, besonders aber Präsident Hein Schröder,

der mit viel Witz und Humor gekonnt durch das Programm führte.

Eine Darbietung gefiel auch noch besonders, das von den vier Botze vorgetragene und von Josef und Willi Nießen geschriebene Ochsenlied 1. Strophe, dem Siegfried Lautermann nach dem Ableben des Ochsen, dem beliebten Wappentier des Dürboslarer Karnevals, die 2. Strophe zufügte.



OCHSENLIED

 

In Dürboslar ist jedem klar Prinz Karneval regiert,

Das sah man schon im Gründungsjahr ein Ochs wurd tapeziert,

Der Ochs der war von Küppers Hein von wem soll der auch anders sein.

Das hat er jedem schon gesagt den stärksten Ochs er hat.

 

Der Ochs der wuet parat gemat der scheecket sich janz jot,

Der kom hee dörch et Dörb jetrab Et Brautpaar dat soß drop,

Der Jüngig Frenz dat wor Old Joe der wut dat tabe janet möd,

Jordans Jupp der ment dat wör en Hez der hong am Ochsestetz.

 

Su trock der Feszoch dörch de Stadt bee Allo hollte stell,

Do wut so manch Glas Bier verzapp bei Köpschens och esu vell,

Böntens Billa dat kont net der für der Ochs der jing net dörch de Dür,

Do machet her janz geweß im Jang ne klore Scheeß.

 

Dat ons dae Ochs jestorfe es dat det os wirklich led,

Jetz hant weer kenne Reservenöß der met em Feszoch jet.

 

He kick op os janz treu un brav us singem Ochsehemmel eraf,

Dröm losse mer ens söcke dann bes enne nöje han.

 

Jo all die Bossler Jonge hant emmer Strech em Senn.

 

 

 

 

Bis heute ist das Ochsenlied den Mitgliedern der KG Schlemmänchere eine heimliche Hymne.

Die Karnevalsaktivitäten hatten in den Jahren 1952/53 in Dürboslar so großen Erfolg, daß auch außerhalb Dürboslars bekannt wurde, welch hervorragendes Programm hier geboten wurde.

Die Nachfrage an Eintrittskarten war so groß, besonders aus Freialdenhoven, daß der Busunternehmer Römer mit seiner Schwalbe zweimal fahren mußte, um alle nach Dürboslar zu transportieren.

Auch an Weiberfastnacht, Karnevalssamstag zum Kostümball und Sonntags zum Karnevalszug kamen viele Besucher aus den Nachbarorten nach Dürboslar.

Die KG Schlemmänchere entschloß sich dann 1954 die Veranstaltung im Saal der Gaststätte Köbgens (Sevenich) durchzuführen. Vor großem Publikum liefen die Dürboslarer Aktiven zur Höchstform auf. Es jagte im Programm ein Höhepunkt den anderen. Das animierte viele bei der KG aktiv mitzumachen. Genannt seien hier:

Josef Güldenberg, Siegfried Lautermann, Hannelore Sevenich, Christa Tischendorf, Anni Kraus, Käthe Dombi, Franz Mechnig und Johannes Bücher. Wohlklingende Namen im Dürboslarer Karneval, die Büttenreden und Gesangsstücke darbrachten die vielen Dürboslarer Narren noch Heute mit Teilen von Pointen im Ohr sind.

1954 war aber auch für Präsident Heinrich Schröder ein aufregendes Jahr. Nicht das er Probleme mit der Leitung der Sitzung hatte, nein, er hatte Probleme überhaupt zur Sitzung zu kommen. Schließlich wohnte er ja in Siersdorf. 1954 gab es ein regelrechtes Schneechaos, so daß der Präsident ohne Fremde Hilfe nicht von Siersdorf nach Dürboslar kommen konnte. Die Hilfe kam umgehend von Karl Kleinermann,

 der sich in sein Auto setzte und durch hohe Schneewehen nach Siersdorf fuhr. Der Rückweg mit dem Präsidenten dauerte etwas länger. Der direkte Weg war Karl zu gefährlich und so ging es über Schleiden und Aldenhoven zurück nach Dürboslar. Siehe da, die Sitzung konnte tatsächlich pünktlich beginnen. So vergingen die 50er Jahre bei der KG wie im Flug mit großen Erfolgen bei den Sitzungen und Karnevalszügen. Gerade die wurden in Dürboslar mit viel Freude gestaltet. Es war von Anfang an eine Sache der Vereine und vieler privater Narren, dem Karnevalszug in Dürboslar ein Gesicht zu geben. Dem Einfallsreichtum waren keine Grenzen gesetzt, aber ohne die Landwirte aus dem Ort ging gar nichts. Gerne stellten sie für dieses Vergnügen zu Anfang ihre Pferdefuhrwerke und mit zunehmender Modernisierung ihre Traktoren mit Wagen zur Verfügung.

Darüber hinaus wurde so manche Scheune oder Schuppen auf den landwirtschaftlichen Höfen zur Karnevalswerkstatt umfunktioniert. So mancher Nagel, Brett oder Plane wurde von den Bauern zur Verfügung gestellt um das Kunstwerk zu vollenden, das dann am Karnevalssonntag durch den Ort gefahren wurde.

Für all die Hilfe den Landwirten ein herzliches Wort des Dankes.

Bild Karnevalszug

Die 50er Jahre gingen vorbei und da man sie die goldenen 50er nannte mußte man gespannt sein, was danach kam.

Für die KG Schlemmänchere nichts Gutes. 1960 und 1961 wurde noch eine Sitzung veranstaltet aber dann, ging es bergab. 1962 wurde keine Sitzung mehr organisiert und auch der Karnevalsumzug fand nicht statt. Die Menschen nutzten ihre Freizeit für andere Dinge, es war die Zeit der Neuorientierung. Es sollte eine Weile dauern, bis der Karneval in Dürboslar neues Leben bekam, ganz beerdigt hat man ihn allerdings nie!

Bis 1968 hat es gedauert, bevor jemand den Karneval in Dürboslar wieder aktiv aufleben ließ! Es war Konrad Schavier. Er hatte 1967 die Gaststätte Sevenich gepachtet und erinnerte sich als Karnevalist an die schönen Zeiten in Dürboslar. Es ließ ihm keine Ruhe, er wollte wieder einen Karnevalsumzug auf die Beine stellen. Er fand leider noch keine Mitstreiter und so fuhr er 1968 alleine, mit einem Karnevalswagen durch Dürboslar und hatte dabei einen heiden Spaß., Als Fahrer war Josef Hens engagiert. Das blieb nicht seine letzte Aktion im Dürboslarer Karneval und auch Konrad Schavier ließ noch viele Taten folgen.

 

Eines Abends im Jahre 1969 saßen bei Konrad an der Theke, und daran sieht man wieder wie wichtig Kneipenbesuche in Dürboslar sind, die Herren Franz Heinrich Lenzen, Klaus Gabler, Johannes Bücher und Josef Hens. Von Konrad Schavier angeworfen kam man schnell auf das Thema Karneval und so konnte er die Herren endlich wieder für seine Idee, Karnevalszüge zu veranstalten, begeistern. Man erinnerte sich daran, daß noch Vorstandsmitglieder der KG Schlemmänchere verantwortlich waren.

Im Amt waren noch der 1. Vorsitzende Fritz Geussen und der 2. Vorsitzende Franz Lenzen. Also ging man in die St. Ursulastraße, holte die beiden und nach kurzem Gespräch trennte man sich wieder, allerdings nicht ohne einen Termin für ein erneutes Treffen festzulegen.

Bei der Zusammenkunft erklärte sich Konrad Schavier bereit, das finanzielle Risiko zu übernehmen. So beschloß man, in der Session 1970 mit einer Sitzung zu starten.

Die erste Sitzung in der Gaststätte Köbgens, bei Konrad, fand aus Platzmangel ohne Präsident und Elferrat statt. Zur Kegelbahn gab es nur eine Doppeltür  und in diese stellte man die Bütt!

Aber es gab ein Programm, Konrad hatte sich wirklich viel Mühe gegeben.

Als Akteure stellten sich dem Publikum, in einer total überfüllten Gaststätte, Konrad Schavier, Walburga Schavier, Hans Schavier, Margarethe Dohmen, Käthe Dombi und Josef Hens, dessen karnevalistische Karriere ja bekanntlich 1968 als Traktorfahrer begann und über viele Jahre als Büttenredner und Elferratsmitglied glanzvoll weitergeführt wurde.

Am Ende der Sitzung war das Publikum begeistert und man hoffte, daß es nun auch wieder weiter gehen würde.

Nach der Session 1970 berief der noch amtierende 1. Vorsitzende Fritz Geussen am 14.03.1970 eine Versammlung ein. Thema war die Wahl eines neuen Vorstands, man wollte die Stunde nutzen, denn die Begeisterung nach der Sitzung war noch groß.

Es stellten sich auch Leute zur Verfügung und letzten endes  gewählt wurden:

1. Vorsitzender                        Franz Lenzen

2. Vorsitzender            Fritz Geussen

1. Schriftführer           Johannes Hens          

2. Schriftführer           Peter Leufen

1. Kassierer                 Franz Heinrich Lenzen         

2. Kassierer                Günter Gillessen

Als Präsidenten wurden Heinrich Schröder und Johannes Bücher gewählt.

Der Mitgliederbeitrag wurde auf 0,50 DM festgelegt und um 22.30 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.

Da die KG nun einen Vorstand hatte, mußte dieser auch um Ausgleich in seinen Aktivitäten sorgen. So beschloß man auf einer Versammlung am 30.01.71 die 1. Sitzung am 06.02.71 bei Konrad Schavier zu veranstalten und, da die Nachfrage so groß war, eine 2. Sitzung am 20.02.71 in der Gaststätte Meyer abzuhalten.

Nach den Sitzungen hatte man etwas Geld übrig behalten und man beschloß, einen gemütlichen Abend mit "Erbsensuppenessen" bei Alo Schmitz durchzuführen.

1972 fanden die Sitzungen im Wechsel statt, die 1. In der Gaststätte Meyer, die 2. In der Gaststätte Köbgens.

Ab 1973 fanden beide Sitzungen bei Konrad Schavier statt, die Gebrüder Meyer hatten sich entschlossen, keine Sitzungen mehr durchführen zu lassen.

Für die Session 1972 wurden die ersten Karnevalsorden für die KG angeschafft.

1974 änderten sich einige wichtige Dinge in der KG. Der Präsident Heinrich Schröder bat die Gesellschaft ihn vom Amt des Präsidenten frei zu stellen. Die Doppelbelastung (Präsident in Dürboslar und Siersdorf) wurde über diese vielen Jahre hinweg zu groß.

ungerne entsprach man diesem Wunsch.

Danke Heinrich Schröder !!!

Bei der Hauptversammlung am 08.09.1974 standen die Neuwahlen des Vorstandes wieder auf der Tagesordnung.

 

Gewählt wurden:

1. Vorsitzender                        Johannes Hens

2. Vorsitzender            Toni Pütz

1. Geschäftsführer       Franz Lenzen

2. Geschäftsführer       Günter Gillessen

1. Schriftführer           Claus Gabler

2. Schriftführer           Annemarie Lenzen

Zeremonienmeister      Josef Büttgen

Präsident                    Johannes Bücher

Dieser war für seinen großen Mutterwitz im Ort bekannt, die KG Schlemmänchere hat ihm viele schöne Sitzungen zu verdanken und er war es auch, der es schaffte, das Trommlercorps Dürboslar zur Mitwirkung zu gewinnen.

 

 Dem Trommlercorps ist die KG Schlemmennächere zu großem Dank verpflichtet.Es hat sich als Allrounder gezeigt bei Karnevalsumzügen ,,bei den Aufzügen zu den Sitzungen besonders aber bei ihren Bühnenauftritten wärend der Sitzungen mit immer neuen

hervorragend einstudierten Karnevalsschlagern. Mit ihrer Klasse haben die Mannen des Trommlercorps die in den 80er Jahren

 

 

 

modernen Fanfahrencorps vergessen gemacht

Ab 1974 hatte also nun Johannes Hens als 1. Vorsitzender die Geschicke der KG zu lenken, ein alt gedienter Karnevalist als Praktiker an der Spitze des Vereins. Unter seiner Leitung fanden nicht nur Sitzungen und Umzüge statt, er vergaß auch im restlichen Jahr seinen Verein nicht und organisierte mit seinem Vorstand große Gala-Abende mit Verlosungen und kleinem Programm für die Mitglieder.

Der Verein tätigte auch unter der Leitung von Johannes Hens einige größere Investitionen. Es wurden Mikrophone angeschafft, der Bühnenaufbau für den Elferrat wurde gebaut und außerdem bekam der Elferrat auch noch Mützen und Jacken.

Wo wir grade beim Thema Elferrat sind:

1971 und 1972 war, wie schon berichtet, der Platz in Konrad Schaviers Gaststätte sehr beengt und es gab keinen Präsidenten und Elferrat.

Andreas Sevenich entschloß sich aber dann dazu, die Wand zu Kegelbahn durch eine herausnehmbare Wand ersetzen zu lassen. Daraufhin hat dann die KG durch die Herren Claus Gabler und Peter Schmelzer das sogenannte Schiff als Tisch für den Elferrat und den Präsidenten bauen lassen.

Platz war also jetzt da, die Ausstattung auch und man fand auch schnell wieder die nötigen Männer für den Elferrat, dazu gehörten:

Toni Pelzer, Claus Gabler, Josef Reinhartz, Dieter Wilden, Willi Leufen, Peter Schmelzer, Helmut Lux, Willi Schröder, Franz Heinrich Lenzen, Franz Josef Kleuters und Willi Schneiders.

Von den genannten Personen haben die Herren Willi Schneiders, Willi Schröder und Dieter Wilden 20 Jahre und länger dem Elferrat die Treue gehalten. Eine lange aktive Zeit in einem Verein, wobei man auch anmerken muß, daß das finanzielle Engagement für ein Elferratsmitglied beträchtlich ist.

1974 wurde, neben den beiden großen Sitzungen auch erstmals eine Kindersitzung durchgeführt und das mit so großem Erfolg, daß sie bis heute nicht mehr aus dem Programm der KG Schlemmänchere wegzudenken ist.

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Im Laufe des Jahres 1975 taten sich dann große Dinge in Dürboslar. Der Saal Schmitz an der Landstraße wurde von der Gemeinde renoviert, die Ratsvertreter in Aldenhoven waren der Meinung, die Vereine in Dürboslar brauchen einen neuen Veranstaltungsort. Nachdem der Saal Ende 1975 fertig gestellt war, ,stellte auch die KG die überlegung an, diesen Raum zu nutzen. Auf einer Versammlung am 07.11.75 beschloß dann der Verein, aus der Gaststätte von Konrad in den Saal Schmitz zu wechseln.

Viel Arbeit kam auf Johannes Hens und seinen Vorstand zu. Große Unterstützung fand er dabei in den Mitgliedern Claus Gabler, Peter Schmelzer, Josef Büttgen, Toni Pütz und Franz Lenzen.

Mit vereinten Kräften wurde in den Saal eine Bühne eingebaut. Der Himmel über ihr wurde mit großen Stoffbahnen dekoriert, was ohne die fachliche Hilfe und das Näherische Können von Frau Franziska Gabler gar nicht machbar gewesen wäre.

Diese Saaldekoration war für die damalige Zeit eine wahre Meisterleistung. Die Session 1976 konnte kommen, es war alles getan.

Sie kam und wurde ein Riesenerfolg. Beide Sitzungen waren total ausverkauft, um 18.30 Uhr standen bereits die ersten Gäste vor der Tür um sich die besten Plätze zu sichern.

In den nun folgenden Jahren wurden große Sitzungen mit hervorragendem Programm, alles von eigenen Kräften gestaltet, im Saale Schmitz abgehalten. Der einzige auswärtige Programmpunkt war bei einigen Sitzungen der Auftritt von Fanfarencorps, bei deren Verpflichtung Johannes Hens seine guten Kontakte nutzte.

Mit dem Umzug in den Saal Schmitz machte die KG einen großen Schritt nach vorne. Man knüpfte die ersten Kontakte nach auswärts und besuchte z.B. 1976 die KG Turmschwalben bei ihrer Sitzung. 1977

 

 

besuchte man die KG Pattern.

Diese Besuche und Gegenbesuche kamen auch den Aktiven der KG zugute. Aufgrund ihres Könnens wurden viele eingeladen, auch auswärts aufzutreten. So ergab sich dann auch die Anfrage von Peter Pinell aus Freialdenhoven der, da es in Freialdenhoven keine Karnevalssitzung gab, wissen wollte, ob die Schlemmänchere nicht auch in Freialdenhoven eine Sitzung veranstalten könnten. Nach eingehender überlegung im Vorstand und auf der Mitgliederversammlung kam man zu dem Entschluß, der Bitte nachzukommen. So veranstaltete die KG Schlemmänchere 1979 in Freialdenhoven nicht nur eine große Sitzung, sondern auch eine Kindersitzung, die beide sehr gut besucht und von Erfolg gekrönt waren.

Zu den Aktivitäten der KG gehörten in den 70er und 80er Jahren aber auch, im Wechsel mit den anderen im Gemeindegebiet ansässigen Karnevalsgesellschaften, die von der Gemeinde unterstütze Altensitzung durchzuführen. Auch dabei gab die KG eine gute Figur ab.

Nach dem Wechsel in den Saal Schmitz glaubte die KG, nun alle Probleme gelöst zu haben. Es lief auch einige Jahre sehr gut. Wie aber nun mal in jedem Verein, blieb die Lage nicht immer so. Es kam das Jahr 1979. Alo Schmitz hatte sich entschlossen, die Bewirtung im Saal aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu übernehmen. So hatte die KG im Herbst ´79 ein Problem und es mußte gelöst werden. Denn nach den Investitionen im Saal seitens der Gesellschaft blieb keine andere Wahl und wo sonst sollte man außerdem hin? Johannes Hens und seine Mannschaft fanden die Lösung:

Einen jungen Mann, der schon zum damaligen Zeitpunkt ein Herz für Dürboslar hatte und zu einem großen Förderer der Dürboslarer Vereine werden sollte, Arnold Sevenich!

Nach kurzen Gesprächen mit der Vereinsleitung erklärte er sich bereit, den Ausschank in fremden Räumen zu übernehmen und bewahrte damit die KG vor großen Problemen. Die Session 1980 wurde ein großer Erfolg, denn viele junge Leute wanten sich wegen des jungen Wirtes wieder den Veranstaltungen der KG zu.

Nach all dem Einsatz der Aktiven in den 70er Jahren wollte der Vorstand ihnen  besonders Danken und schlug deshalb auf einer Versammlung einen Ausflug vor. Diesem Gedanken wurde mit großer Mehrheit zugestimmt und so fuhr man am 14.1078 an die Ahr zum Weinfest nach... natürlich.

Heute noch erzählen die Alten zur vorgerückten Stunde von diesem Ereignis und kommen dabei schnell ins schwärmen.

Weiter ging es im Jahreskalender der KG. Bis Herbst 1980 war nicht klar, ob die Session im Saal Schmitz abgehalten werden konnte. Gerüchte über eine Geschäftsaufgabe der Familie Schmitz kursierten und bestätigten sich dann auch. Wie sollte es denn jetzt schon wieder weiter gehen?

Im Januar 1981 glätteten sich die Wogen. Es wurde eine Vorstandssitzung beim neuen Wirt an der Landstraße abgehalten.

Die Familie Hauch hatte das Anwesen der Familie Schmitz gekauft und die neue und doch bekannte Wirtin hieß Walburga Hauch. Bei ihr sollte für die nächsten Jahre das zu Hause der KG sein.

Sie versuchte auch ein paar Neuerungen einzuführen. So sollte auf der Versammlung am 20.01.1981 darüber abgestimmt werden, ob der Karnevalszug am Saal enden solle und ob die Plätze bei den Sitzungen numeriert werden sollten.

Beide Vorschläge wurden abgelehnt. Die Session 1981 verlief mit neuer Wirtin erfolgreich und harmonisch. Das schlug sich auch im Kassenbericht nieder. Erstmals konnte den Aktiven zu ihren Unkosten ein Zuschuß von 20 DM gewährt werden. Dies wurde auf der Hauptversammlung am 25.03.81 beschlossen. Bei dieser Versammlung standen auch Neuwahlen auf dem Programm. Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender                        Johannes Hens

2. Vorsitzender            Toni Pütz      

1. Geschäftsführer       Claus Gabler

2. Geschäftsführer       Andreas Kleinermann

1. Kassierer                 Cläre Kramp

2. Kassierer                Josef Pütz      

 

1. Beisitzer                  Richard Tischendorf

2. Beisitzer                  Monika Pütz

3. Beisitzer                  Willi Leufen  

1. Revisor                    Paul Hens

2. Revisor                   Josef Pütz

 

1. Präsident                 Josef Bücher  

2. Präsident                Albert Hoffman

 

Aus diesen Neuwahlen konnte man Hoffnung schöpfen, denn man hatte einige neue Mitglieder für die Vorstandsarbeit gewinnen können. Junge Leute, die in den Vorstand eingearbeitet werden sollten. Dem aufmerksamen Leser fallen Namen auf, die zum Teil heute noch die Geschicke der KG leiten.

Im Laufe des Jahres 1981 mehrten sich Gerüchte, daß der 1. Vorsitzende sein Amt zur Verfügung stellen wollte. Das dies nicht so sei stellte er aber auf der Versammlung am 27.12.81 klar. Einer allerdings gab im Laufe des Jahres sein Amt aus gesundheitlichen Gründen auf, der Präsident Johannes Bücher, der doch so lange als 2. Präsident und danach 8 Jahre lang als 1. Präsident die Sitzungen in hervorragender Weise geleitet hatte.

Sein Entschluß machte es nötig, daß ein junger Mann die Verantwortung des Präsidentenamtes auf sich nahm. Als 3. Präsident der KG Schlemmänchere übernahm Albert Hoffman die Leitung der Sitzungen.

Seine erste Sitzung war in der kurzen Session am 30.01.82.

 

1983 war, wenn man zurück rechnet, eine besondere Session für die KG. Man feierte Jubiläum, das 33-jährige, 3x11 – ein Karnevalsjubiläum.

Es wurde in angemessenem Rahmen gefeiert. Zur Freude und überraschung aller gab der Elferrat, unter der Leitung von Siegfried Lautermann, der sich beim einstudieren mit den Laien sehr viel Mühe gemacht hatte, das Ochsenlied auf der Sitzung zum Besten. Außerdem sollten besondere Orden an das Jubiläum erinnern. Im übrigen verlief das Jahr ruhig und harmonisch .

Aber dann kam es :

Die Familie Hauch hatte sich entschlossen, den Saal intensiver zu nutzen. Dabei spielte aber die Gemeindeverwaltung nicht so einfach mit, schließlich hielt sie noch für die Vereine die Hand über den Saal. Die Probleme konnten aber aus dem Weg geräumt werden und so stellte die Familie Hauch für die Veranstaltungen der Vereine ein Zelt zur Verfügung, das für den Karneval 1984 erstmals auf dem Germaniaplatz aufgestellt wurde.

Für die Veranstaltungen wurde es beheizt. Gott sei Dank war es um Karneval nicht so kalt und das Zelt war bei beiden Sitzungen bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Tage vor den Sitzungen waren eine große Herausforderung für alle Verantwortlichen.

Das Zelt stand erst 3 Tage vor der 1. Sitzung zur Verfügung. Es mußte die Bühne dekoriert werden, das Schiff mußte mit neuen Halterungen aufgebaut werden, die Beleuchtung für die Bühne reichte nicht aus, es mußten neue Scheinwerfer installiert werden, die Eingangstüren mußten wegen Zugluft abgekleidet und die Lautsprecheranlage eingerichtet werden. Aber Dank vieler Helfer wurde alles rechtzeitig fertig. Nach dieser Anstrengung wurde die KG mit einer hervorragenden Session 1984 belohnt.

Einer war allerdings etwas betrübt, der Verfasser dieser Chronik. Er wurde am Karnevalsdienstag um 6.00 Uhr morgens, nachdem er den Rosenmontag mit Erbsensuppe und reichlich Bier bis in die Nacht hinein gefeiert hatte, unsanft durch den Lärm der Zeltebauer geweckt. Er sprang aus dem Bett und dachte nur noch an die Dekoration und seine Lampen. Wie konnte er die nur noch Heil aus dem Zelt heraus bekommen? Es gelang, denn da waren ja noch Richard Tischendorf und Willi Schröder. Die Beiden kamen glücklicherweise zu Hilfe und so gelang auch noch das letzte Stück Arbeit der Session 1984.

In den 80er Jahren hatte sich also schon sehr viel Arbeit dem Vorstand entgegen gestellt, aber es sollte noch mehr kommen.

Da der Präsident Albert Hoffmann seinen Wohnsitz in St. Augustin bei Bonn hatte, ergaben sich daraus doch mehr Probleme als zuvor angenommen. Viele Besprechungen konnten nur per Telefon durchgeführt werden, obwohl Albert Hoffmann sich sehr bemühte, so oft wie möglich persönlich mit dem Vorstand in Dürboslar zusammen zu kommen.

Trotz alledem legte er im Laufe des Jahres 1984 sein Amt nieder. Es war ein großer Verlust für die KG, einen so jungen Präsidenten mit einer so großen Zukunft zu verlieren.

So machte sich also der Vorstand erneut auf die Suche nach einem neuen Präsidenten. Gleichzeitig mußte man aber auch nach einem neuen 1. Vorsitzenden suchen, denn Johannes Hens hatte nach vielen Jahren der Arbeit sein Amt nieder gelegt. Man fragte sich in der Gesellschaft, wie man das verkraften sollte, denn ein Mann mit so viel Erfahrung war nicht einfach so zu ersetzen. Der Nackenschläge nicht genug verließ auch der 1. Geschäftsführer Claus Gabler den Vorstand. Wie sollte nun auch noch die Ruhe, die Ausgeglichenheit, die fleißige Biene des Vereins – Claus- ersetzt werden?

Fragen über Fragen stellten sich der Hauptversammlung am 03.10.84. Sie wurde geleitet von Peter Kramp jun.. Da sich die Kandidatenfindung für den Vorstand als sehr schwierig erwies wurde die Wahl des Präsidenten vorgezogen.

Vorgeschlagen und gewählt wurde Hans Sommer.

Nach ausgiebiger Diskussion über die ämter des 1. Vorsitzenden und des 1. Geschäftsführers wurden der Versammlung Wolfgang Klems als 1. Geschäftsführer und Hubert Peters, seines Zeichens Ortsvorsteher, als 1. Vorsitzender vorgeschlagen. Cläre Kramp erklärte sich bereit, im Falle einer Wiederwahl weiter 1. Kassiererin zu bleiben. Alle drei wurden gewählt und nahmen die Wahl an. Außerdem gewählt wurden 

2. Vorsitzende                         Irmtrud Franken

2. Kassiererin             Silvia Schneiders

im Amt bestätigt:

Andreas Kleinermann als 2. Geschäftsführer.

So konnte man nun in die Session 1985 starten.

Am 04.01.1985 traf man sich dann noch einmal zu einer Versammlung. Als einer der Tagesordnungspunkte wurde über eine Satzung für den Verein, die den Mitgliedern vor der Versammlung zur Kenntnis gegeben wurde, diskutiert. Ausgearbeitet worden war sie unter der Tatkräftigen Mitarbeit von Präsident Hans Sommer und Beisitzerin Monika Pütz. Bis auf einige kleinere änderungen wurde die Satzung einstimmig verabschiedet und trat somit in Kraft.

 

 

Die Session 1985 kam, der neue Präsident Hans Sommer begeistere das Dürboslarer Publikum. Es spendete Ihm und seinen Aktiven stehende Ovationen. Das hatte Dürboslar noch nicht erlebt.Denn als neuen Programmpunkt hatte der Vorstand den Kirchenchor unter der Leitung von Siegfried Lautermann zur Mitwirkung begeistern können.Mit Rheinichen Liedern wurde das Publikum in Schwung gebracht,das hatte man vom Chor nicht erwartet, der Chor hat die KG dann einige Jahre in hervorragender Weise unterstützt .Auf neue überraschungen brauchte man allerdings nicht lange warten. Der Winter 1986 wurde sehr kalt, das Zelt war kaum zu heizen. Der Vorsitzende persönlich fuhr nach Alsdorf um dort bei einer Firma Plastikfolie zu holen. Damit wurde das Zelt von außen isoliert. Beim Aufbau und den Proben fühlte man sich in den Krieg zurück versetzt. Um das Zelt zu heizen besorgten einige Mitglieder Kanister mit Heizöl, damit die Stimmen der Gesangsgruppen und die Hände der fleißigen Helfer nicht einfroren.

Der Besuch der Sitzung war dem entsprechend. Eine miese Stimmung herrschte nach der Session im Verein., obwohl Hans Sommer glanzvoll durch das Programm der Sitzung geleitet hatte und er mehr Zuspruch vom Publikum verdient gehabt hätte. Ganz zu schweigen von den Aktiven, die auch alle sehr niedergeschlagen waren.

Im Oktober 1986 schied Geschäftsführer Wolfgang Klems aus dem Vorstand aus. Neben der Vorstandsarbeit war ja auch noch seine Arbeit im Team der Bühnenbauer mit Richard Tischendorf und Willi Schröder, die durch den Aufbau im Zelt doch sehr stressig war. Als Geschäftsführerin wurde auf der Versammlung im Mai Monika Pütz bestätigt, die bis dahin das Amt kommissarisch übernommen hatte.

Es wurde bereits viele Zeilen vorher von Vorstandsmitgliedern gesprochen, die schon lange und bis zum heutigen Tag die Geschicke der Gesellschaft lenken. Zu diesen gehört auch Monika Pütz, die selbst von sich sagt, Karneval sei ihr Hobby. Seit 1981 gestaltet sie die KG Schlemmänchere mit. Zunächst als Beisitzerin, allerdings nicht nur zum bei sitzen, sonder schon sehr aktiv bei der Unterstützung des Geschäftsführers. Dieses Amt übernahm sie dann wie vorher berichtet 1986 und bekleidet es bis Heute mit viel Enthusiasmus. Würde man alle ihre Ideen in die Tat umsetzen können, würde die Sitzung des Festkomitees Kölner Karneval nicht im Gürzenich zu Köln stattfinden, sondern im Saal Köbgens in Dürboslar.

1987 standen dann Neuwahlen des Vorstands an. Hubert Peters als Vorsitzender und Ortsvorsteher konnte beide ämter nicht mehr bekleiden. Aber er hatte 2 Jahre zuvor die KG vor großen Schwierigkeiten bewahrt als er aus der Verantwortung des Ortsvorsteher heraus den Vorsitz übernahm. Als zu dieser Zeit in Sachen Vorsitz nichts ging, hatte er das Herz für den Karneval in Dürboslar und hoffte,  wenn man erst mal über´n Berg war würde es schon weiter geh´n.

Er sollte recht behalten.

Bei den Neuwahlen fanden sich Karnevalisten die weiter machen wollten. Es wurden in den Vorstand gewählt:

1. Vorsitzende              Irmtrud Franken

2. Vorsitzender            Josef Pfennings

1. Geschäftsführerin    Monika Pütz

2. Geschäftsführer       Andreas Kleinermann

1. Kassiererin              Cläre Kramp

2. Kassierer                Rainer Koch

Beisitzer                     Beate Franken,

Willi Gillessen

Präsident                    Hans Sommer

Vizepräsident             Dr. Peter Kramp

 

Im Januar 1988 trat die KG Schlemmänchere dem Bund Deutscher Karneval bei.

1989 – ein entscheidendes Jahr für die KG, es war ja auch ein paar Jahre zu gut gegangen.

Die Familie Hauch hatte Ihre Aktivitäten im Saal reduziert, so daß der Saal den Vereinen wieder zur Verfügung stand. Aber es hatte sich die Situation im Dorf geändert. Die Familie Sevenich hatte ihren Saal einige Jahre vorher renoviert und dem wieder gegründeten Tischtennisverein zur Verfügung gestellt. Aus Platz und Lichtmangel hatte sich der Verein aber für den Saal an der Landstraße entschieden. Ein Chance für die KG.

Bei einer Versammlung am 05.06.89 entschieden die Mitglieder, in Zukunft den Saal Sevenich, wegen seiner zentralen Lage und seinen guten Umkleidemöglichkeiten, zu nutzen. Aus der Vergangenheit kannte man ja Arnold Sevenich in seiner Art, mit Vereinen umzugehen und mit der Wirtin Manuela Sevenich hoffte man auf eine gute Zusammenarbeit. In dieser Meinung wurde man nicht enttäuscht. Es wurde bis zum heutigen Tag eine sehr gute!

Die Session 1990 wurde dann mit Spannung erwartet. Es gab ja viel Arbeit. Wieder mußten die Bühnenbauer sich an neue Räumlichkeiten gewöhnen. Unter fachkundiger Leitung von Andreas Sevenich wurde aber alles bis zur Sitzung fertig. Der Bühnenbau, das Licht und auch die Dekoration, und alle Aktiven hatten genügend Zeit, sich bei den Proben an die neue Umgebung zu gewöhnen. Und so zog man am 10.02.1990 mit Pauken und Trompeten zur Sitzung in den Saal Sevenich ein und hoffte für längere Zeit eine neue Heimat gefunden zu haben. Sie ist es jetzt bekanntlich in diesem Jahr seit 10 Jahren. So lange wie keine vorher. Und wer schon einmal mit all seinem Hab und Gut umgezogen ist, der weiß was es kostet. Man hörte Cläre Kramp als Kassiererin schon von Weitem stöhnen. Schon wenn sie durchs Gässchen kam, meinte man, sie bei Köbgens zu hören.

Für die Session 1991 mußte gespart werden und so kam die Familie Peters wieder zur Hilfe. Regina und Cäcilia Peters stellten die Sitzungsorden für die KG Schlemmänchere in Handarbeit zum Selbstkostenpreis her. Eine geniale Idee laut Aussage der Kassiererin, denn durch den Golfkrieg waren die Veranstaltungen nicht so gut besucht.

Der Vorstand hatte beschlossen, in dieser Session den Sitzungskarneval durchzuführen, aber den Karnevalsumzug ausfallen zu lassen.

Wie Karnevalisten so sind, hakte man diese Session schnell ab und stürzte sich umgehend in die Vorbereitung für die Session 1992, die für das Dürboslarer Publikum ein Augen- und Ohrenschmaus wurde. Bemerkt wurde aber auch, daß immer mehr auswärtige Besucher nach Dürboslar strömten. Nach der Session 1992 traf den Vorstand eine betrübliche Meldung. Präsident Hans Sommer trat zurück. Er hatte die Gesellschaft 7 Jahre lang in hervorragender Weise und mit viel Ausstrahlung und Eleganz präsentiert. Unter großer Anstrengung hatte er Beruf und Amt koordinieren können, aber die Belastung wurde zu groß. Denn er hatte ja nicht nur das Programm geleitet, sondern auch aktiv als Büttenredner und Sänger bei den „Drüjen“ daran teil genommen. Durch seine Arbeit sind dem Verein ganz neue Perspektiven eröffnet worden.

 

 

 

Die Suche nach einem neuen Präsidenten gestaltete sich recht schwierig.

Denn es gibt nicht so viele Präsidenten wie Narren. Aber auch diesmal wurde der Karneval gerettet. Heinz Schröder, dem der Karneval durch seinen Vater bereits in die Wiege gelegt worden war, übernahm das Amt des Sitzungspräsidenten.

Die Jahre 1993-1994 liefen in ruhiger, harmonischer Atmosphäre ab. Einige Neuerungen wurden ausprobiert. Am Karnevalssamstag wurden Spanische oder Bayrische Abende abgehalten, aber das Dürboslarer Publikum nahm das Angebot der Unterhaltung nicht an. Es wurde mit einem Pizzaabend versucht, dessen Resonanz allerdings auch nicht so war wie man es sich vorgestellt hatte. Und das, obwohl man einen namhaften Pizzabäcker verpflichtet hatte, Theo Hens!

Es kam was kommen mußte, Neuwahlen!

 

 

In den Vorstand wurden gewählt:

 

1. Vorsitzende              Irmgard Klems

2. Vorsitzender            Josef Pfennings

1. Geschäftsführerin    Monika Pütz

2. Geschäftsführer       Andreas Kleinermann

1. Kassiererin              Cläre Kramp

2. Kassierer                Rainer Koch

Beisitzer                     Beate Franken

                                   Edmund Lübke

Sitzungspräsident       Heinz Schröder

Vizepräsident             Dr. Peter Kramp

 

Nun ging der Neue Vorstand ans Werk. Und was tat er, er gab Geld aus.

Der Elferrrat sollte seine lang ersehnten neuen Jacken bekommen. Neue Kappen hatte er sich bereits 3 Jahre vorher selber gekauft. Der Verein beschloß, 12 Jacken zu kaufen und diese auch ganz zu bezahlen. Unter der Leitung der neuen Vorsitzenden wurden seitens des Vorstands ganz neue Geldquellen aufgetan. Es wurde eine Werbeschrift durch die Geschäftsführerin erstellt und jedes Vorstandsmitglied bemühte sich um Werbepartner. Man hatte verstanden, daß wenn viele arbeiten der Einzelne entlastet würde.

Aber der Clou kam in Gestalt von Präsentationsveranstaltungen einer Bettdecken-Firma. Die Mitglieder und die Dürboslarer Bevölkerung besuchten diese Veranstaltung so gut, daß am Ende ein sehr guter Betrag in die Vereinskasse kam. All diese Aktivitäten wurden auch im Hinblick auf das 50-jährige Jubiläum im Jahre 2000 gestartet. Denn Feste kosten ja bekanntlich Geld. 1998 legte der Präsident Heinz Schröder leider sein Amt nieder. Er hatte mit seinem großen Talent Reden, Reime und Gedichte zu verfassen, das Dürboslarer Publikum gekonnt unterhalten denn er war auch in der Lage, das Geschriebene gut rüber zu bringen. So blieb dem Vorstand keine andere Wahl, als einen neuen Präsidenten zu suchen. Diesmal wurde man aber in soweit enttäuscht, daß man keinen Dürboslarer für diese Amt fand. Sollte denn nun die Situation eintreten, daß Dr. Peter Kramp die Sitzung leiten müßte? Wer aufmerksam gelesen hat der weiß, daß Peter Kramp dieses Stellvertreteramt schon seit 1982 bekleidet. Der Vorstand war aber nicht untätig und so bot sich die Gelegenheit beim Schützenfest 1998. Da trat beim Königsball Jemand ans Mikrofon, der den Dürboslarern schon seit einiger Zeit bekannt war. Seine Art zu reden begeisterte die Vorstandsmitglieder und so sprach man ihn an, ob er nicht das Amt des Präsidenten in Dürboslar übernehmen würde. Nach reiflicher überlegung entschied sich Klaus Ulrich aus Pattern, das Amt anzunehmen. So leitete er 1999 seine 1. Sitzung in Dürboslar. Das Publikum war zunächst etwas zurückhaltend aber schon bei der 2. Sitzung hatte er das Publikum durch seine mitreißende Art auf seiner Seite.

 

 

Nun komme ich zum jüngsten Kind der KG Schlemmännchere, dem Mooswief.

Die Idee und auch der Ablauf der Zeremonie stammt von Carla Ludwig.

1990 machte Carla ihre Idee öffentlich und erklärte es den interessierten an der Theke bei Köbgens was ein Mooswief ist.

Eine holländische Gemüsefrau. Aber alt muß sie aussehen sagte Carla, und das tut sie heute noch. Wenn sie auf ihrem Stuhl an der Wand der Gaststätte Köbgens sitzt.

Also fertigte man 1992 die Puppe an und am Freitagabend vor Karneval mit wurde sie mit einigem Volk bei Carla abgeholt, in eine Schubkarre gesetzt und zur Gaststätte gebracht, wo sie dann bis Karnevalsdienstag an der Wand aufgehangen wurde.

Da wurde sie dann wieder abgehangen und verbrannt.

1993 wurde die Zeremonie durch noch mehr Begleiter, teilweise auch schon in Elferratsuniform, erweitert und vor dem aufhängen und dem verbrennen wurde eine Laudatio gehalten.

Der Vorstand der KG hatte schon seine Fühler ausgestreckt, die Aktivitäten aber noch nicht offiziell gemacht.

1994 hatten die Narren aus Siersdorf von den ungewöhnlichen Bräuchen mit Mooswiefern umzugehen erfahren.

Der Vorstand der KG lud daraufhin das Prinzenpaar aus Siersdorf zu den Feierlichkeiten ein.

Prinz Karl Schwarz und Prinzessin Ulrike nahmen dann auch teil und begleiteten das Mooswief und hatten einige fröhliche Stunden mit den Dürboslarer Narren.

Diese entstandene Freundschaft sollte sich noch weiter ausdehnen. Die Dürboslarer besuchten die Proklamation und den Prinzenbiwak in Siersdorf.

!995 hat die KG Schlemmänchere die Organisation für die Feierlichkeiten des Mooswiefs übernommen und ließ sich einfallen, dem Mooswief auch Paten zu geben. Was lag da näher als die Freunde aus Siersdorf zu fragen.. Die IG Rosenmontag übertrug diese Würde ihren höchsten Repräsentanten. Dem Prinzenpaar Josef und Waltraud Paffen. Sie tauften das Mooswief auf den Namen Joswana.

In den folgenden Jahren waren die Prinzenpaare der IG Rosenmontagszug aus Siersdorf Taufpaten des Mooswiefs.

1996 Franz und Anita Charl, sie tauften es auf den Namen Franita.

1997 Peter und Karin Clausmann, sie tauften es auf den Namen Petrina.

Die KG Schlemmännchere hat in den letzten Jahren durch viele Aktivitäten an Ansehen dazu gewonnen. Dadurch hat man auch neue Freundschaften geschlossen. So ist es heute eine Ehre Taufpate des Mooswiefs zu sein.

1998 haben die Karnevalsfreunde aus Inden/Altdorf mit ihrem Prinzenpaar Arnold und Andrea Fehr die Patenschaft übernommen und tauften es auf den Namen Donna Arnea Fehria.

1999 hat die KG Fidele Brüder aus Tetz das Amt der Patenschaft übernommen und damit hatte das Mooswief zum ersten mal ein Dreigestirn als Taufpaten. Es waren Prinz Willi Küpper, Bauer Johannes Karduk und Jungfrau Hans Peter Hürtgen. Sie tauften es auf den Namen Will-Jö-Hanni.

Für das Jubiläumsjahr der KG Schlemmännchere ist die Patenschaft ganz besonders lieben Freunden übertragen worden, der KG Klut und Rekelieser aus Oberembt. Heinz Müller taufte unser Mooswief auf den Namen „Henriette“.

2001 taufte die IG Rosenmontagszug Siersorf . Es waren Prinz Markus Müller, Bauer Michael Heinetzki und Jungfrau Fred Weidenhaupt. Das Mooswief erhielt den Namen „Lobelia-Dresie-Masreni“.

2002 übernahm die Taufe die KG Turmschwalben aus Aldenhoven.

Prinz Rainer Bosch gab dem Mooswief den Namen „Nix Nutzia“.

2003 rettete die Taufe – nachdem eine befreundete Gesellschaft in letzter Sekunde die Patenschaft nicht übernehmen konnte- die KG „Lustige Jonge“ aus Inden/Altdorf. Es waren Prinz Manfred Meurers, Bauer Josef Hennes und Jungfrau Jokob Höges. Diese Drei überlegten sich einen ganz außergewöhnlichen Namen, nämlich „Sophia morosus carinivali“ –bedeutet: „Schrulliges Karnevals Söff“.

2004hatte das Mooswief eine besondere Ehre. Die Taufpaten kamen aus der Kaiserstadt Aachen.  Mit karnevalistischem Konfetti-Wasser taufte der Prinz -Bernd Etschenberg- von der Prinzengarde "Brander Stiere" das Mooswief.  Unser Wief erhielt den Namen "Bernadette von Stier". Der Auftritt der Prinzengarde war ein großes Erlebnis für unseren kleinen Ort.

2005 kamen die Täufer aus Kückelhoven.  Als Pate fungiertendas Prinzenpaar Friedhelm II und Prinzession Heike von der Hückelvoener KG.

Der diesjährige Name paßte natürlich zur Bergbaustadt. Unser Mooswief wurde auf den Namen "Sophia Jacoba" getauft.