Chronik - 1951 bis 1959

1951 klappte es noch nicht so ganz mit der Durchführung einer Karnevalssitzung, so dass man sich noch stärker bemühte.

In der Schusterwerkstatt war ab sofort „Treffpunkt Karneval“. Wann immer mehr als 3 Leute dort zusammen waren, wurde über Ideen für Karneval nachgedacht. Es wurden viele Ideen geboren und wieder verworfen. Mit von der Partie waren Fritz und Minschen Geussen, Johannes und Änne Hens, Johannes Bücher, Willi Nießen, Franz Lenzen und einige mehr.

Franz Lenzen stellte auch im Winter das Heizmaterial für die Schusterwerkstatt zur Verfügung, denn er war dabei, die alten Kastanien von der Landstraße abzutransportieren.

Im Laufe des Herbst 1951 bemühte sich der Vorstand, einen Elferrat zusammen zu bekommen, damit der Präsident nicht alleine am Tisch saß.

Dem allerersten Elferrat gehörten an:

Josef Jordan, Franz Jünger, Josef Bücher, Josef Nießen, Fritz Pfennings, Gottfried Frings, Matthias Leufen, Josef Koch, Josef Güldenberg, Fritz Geussen, und als Zeremonienmeister Heinrich Bruchmann.

Im Winter 1951-1952 standen auch die ersten Aktiven fest, die das Programm der ersten Karnevalssitzung in Dürboslar gestalten sollten. Es waren :

  • Die Dorfschwalben: Änne Hens, Minschen Geussen, Jakob Schneiders
  • Die vier Botze: Johannes Hens, Willi Nießen, Anton Pütz, Matthias Müller

und als Büttenredner:

  • Baltasar Frings als Eisbrecher
  • Minschen Geussen als Het selfs        
  • Heinrich Schröder als Soldat 
  • Johann Dresia als Tränentier
  • Gerhard Bock als Rekrut

 

 

Als Veranstaltungsort für die erste Sitzung hat man sich für die Gaststätte Bönten, bei Billa, entschieden. Es wurde sehr eng in der Gaststätte, denn es kamen viele Dürboslarer um sich das Spektakel anzuschauen. Es hat Ihnen gefallen und die Aktiven wurden mit Beifall überhäuft, besonders aber Präsident Hein Schröder, der mit viel Witz und Humor gekonnt durch das Programm führte.

 

 

Heinrich Schröder
Sitzungspräsident Heinrich Schröder

Eine Darbietung gefiel auch noch besonders, das von den vier Botze vorgetragene und von Josef und Willi Nießen geschriebene Ochsenlied 1. Strophe, dem Siegfried Lautermann nach dem Ableben des Ochsen, dem beliebten Wappentier des Dürboslarer Karnevals, die 2. Strophe zufügte.

OCHSENLIED

In Dürboslar ist jedem klar Prinz Karneval regiert,
Das sah man schon im Gründungsjahr ein Ochs wurd tapeziert,
Der Ochs der war von Küppers Hein von wem soll der auch anders sein.
Das hat er jedem schon gesagt den stärksten Ochs er hat.

Der Ochs der wuet parat gemat der scheecket sich janz jot,
Der kom hee dörch et Dörb jetrab Et Brautpaar dat soß drop,
Der Jüngig Frenz dat wor Old Joe der wut dat tabe janet möd,
Jordans Jupp der ment dat wör en Hez der hong am Ochsestetz.

Su trock der Feszoch dörch de Stadt bee Allo hollte stell,
Do wut so manch Glas Bier verzapp bei Köpschens och esu vell,
Böntens Billa dat kont net der für der Ochs der jing net dörch de Dür,
Do machet her janz geweß im Jang ne klore Scheeß.

Dat ons dae Ochs jestorfe es dat det os wirklich led,
Jetz hant weer kenne Reservenöß der met em Feszoch jet.
He kick op os janz treu un brav us singem Ochsehemmel eraf,
Dröm losse mer ens söcke dann bes enne nöje han.
Jo all die Bossler Jonge hant emmer Strech em Senn.

Bis heute ist das Ochsenlied den Mitgliedern der KG Schlemmännchere eine heimliche Hymne.

Die Karnevalsaktivitäten hatten in den Jahren 1952/53 in Dürboslar so großen Erfolg, daß auch außerhalb Dürboslars bekannt wurde, welch hervorragendes Programm hier geboten wurde.

Die Nachfrage an Eintrittskarten war so groß, besonders aus Freialdenhoven, daß der Busunternehmer Römer mit seiner Schwalbe zweimal fahren mußte, um alle nach Dürboslar zu transportieren.

Auch an Weiberfastnacht, Karnevalssamstag zum Kostümball und Sonntags zum Karnevalszug kamen viele Besucher aus den Nachbarorten nach Dürboslar.

Die KG Schlemmänchere entschloß sich dann 1954 die Veranstaltung im Saal der Gaststätte Köbgens (Sevenich) durchzuführen. Vor großem Publikum liefen die Dürboslarer Aktiven zur Höchstform auf. Es jagte im Programm ein Höhepunkt den anderen. Das animierte viele bei der KG aktiv mitzumachen. Genannt seien hier:

Josef Güldenberg, Siegfried Lautermann, Hannelore Sevenich, Christa Tischendorf, Anni Kraus, Käthe Dombi, Franz Mechnig und Johannes Bücher. Wohlklingende Namen im Dürboslarer Karneval, die Büttenreden und Gesangsstücke darbrachten die vielen Dürboslarer Narren noch Heute mit Teilen von Pointen im Ohr sind.

1954 war aber auch für Präsident Heinrich Schröder ein aufregendes Jahr. Nicht das er Probleme mit der Leitung der Sitzung hatte, nein, er hatte Probleme überhaupt zur Sitzung zu kommen. Schließlich wohnte er ja in Siersdorf. 1954 gab es ein regelrechtes Schneechaos, so daß der Präsident ohne Fremde Hilfe nicht von Siersdorf nach Dürboslar kommen konnte. Die Hilfe kam umgehend von Karl Kleinermann, der sich in sein Auto setzte und durch hohe Schneewehen nach Siersdorf fuhr. Der Rückweg mit dem Präsidenten dauerte etwas länger. Der direkte Weg war Karl zu gefährlich und so ging es über Schleiden und Aldenhoven zurück nach Dürboslar. Siehe da, die Sitzung konnte tatsächlich pünktlich beginnen. So vergingen die 50er Jahre bei der KG wie im Flug mit großen Erfolgen bei den Sitzungen und Karnevalszügen. Gerade die wurden in Dürboslar mit viel Freude gestaltet. Es war von Anfang an eine Sache der Vereine und vieler privater Narren, dem Karnevalszug in Dürboslar ein Gesicht zu geben. Dem Einfallsreichtum waren keine Grenzen gesetzt, aber ohne die Landwirte aus dem Ort ging gar nichts. Gerne stellten sie für dieses Vergnügen zu Anfang ihre Pferdefuhrwerke und mit zunehmender Modernisierung ihre Traktoren mit Wagen zur Verfügung.

Darüber hinaus wurde so manche Scheune oder Schuppen auf den landwirtschaftlichen Höfen zur Karnevalswerkstatt umfunktioniert. So mancher Nagel, Brett oder Plane wurde von den Bauern zur Verfügung gestellt um das Kunstwerk zu vollenden, das dann am Karnevalssonntag durch den Ort gefahren wurde.

Für all die Hilfe den Landwirten ein herzliches Wort des Dankes.