Chronik - 1990 bis 1999

Die Session 1990 wurde dann mit Spannung erwartet. Es gab ja viel Arbeit. Wieder mussten die Bühnenbauer sich an neue Räumlichkeiten gewöhnen. Unter fachkundiger Leitung von Andreas Sevenich wurde aber alles bis zur Sitzung fertig. Der Bühnenbau, das Licht und auch die Dekoration, und alle Aktiven hatten genügend Zeit, sich bei den Proben an die neue Umgebung zu gewöhnen. Und so zog man am 10.02.1990 mit Pauken und Trompeten zur Sitzung in den Saal Sevenich ein und hoffte für längere Zeit eine neue Heimat gefunden zu haben. Sie ist es jetzt bekanntlich in diesem Jahr seit 10 Jahren. So lange wie keine vorher. Und wer schon einmal mit all seinem Hab und Gut umgezogen ist, der weiß was es kostet. Man hörte Cläre Kramp als Kassiererin schon von weitem stöhnen. Schon wenn sie durchs Gässchen kam, meinte man, sie bei Köbgens zu hören.

Für die Session 1991 musste gespart werden und so kam die Familie Peters wieder zur Hilfe. Regina und Cäcilia Peters stellten die Sitzungsorden für die KG Schlemmännchere in Handarbeit zum Selbstkostenpreis her. Eine geniale Idee laut Aussage der Kassiererin, denn durch den Golfkrieg waren die Veranstaltungen nicht so gut besucht.

Der Vorstand hatte beschlossen, in dieser Session den Sitzungskarneval durchzuführen, aber den Karnevalsumzug ausfallen zu lassen.

Wie Karnevalisten so sind, hakte man diese Session schnell ab und stürzte sich umgehend in die Vorbereitung für die Session 1992, die für das Dürboslarer Publikum ein Augen- und Ohrenschmaus wurde. Bemerkt wurde aber auch, dass immer mehr auswärtige Besucher nach Dürboslar strömten. Nach der Session 1992 traf den Vorstand eine betrübliche Meldung. Präsident Hans Sommer trat zurück. Er hatte die Gesellschaft 7 Jahre lang in hervorragender Weise und mit viel Ausstrahlung und Eleganz präsentiert. Unter großer Anstrengung hatte er Beruf und Amt koordinieren können, aber die Belastung wurde zu groß. Denn er hatte ja nicht nur das Programm geleitet, sondern auch aktiv als Büttenredner und Sänger bei den „Drüjen“ daran teilgenommen. Durch seine Arbeit sind dem Verein ganz neue Perspektiven eröffnet worden.

Die Suche nach einem neuen Präsidenten gestaltete sich recht schwierig.

Denn es gibt nicht so viele Präsidenten wie Narren. Aber auch diesmal wurde der Karneval gerettet. Heinz Schröder, dem der Karneval durch seinen Vater bereits in die Wiege gelegt worden war, übernahm das Amt des Sitzungspräsidenten.

Die Jahre 1993-1994 liefen in ruhiger, harmonischer Atmosphäre ab. Einige Neuerungen wurden ausprobiert. Am Karnevalssamstag wurden Spanische oder Bayrische Abende abgehalten, aber das Dürboslarer Publikum nahm das Angebot der Unterhaltung nicht an. Es wurde mit einem Pizzaabend versucht, dessen Resonanz allerdings auch nicht so war wie man es sich vorgestellt hatte. Und das, obwohl man einen namhaften Pizzabäcker verpflichtet hatte, Theo Hens!

Es kam was kommen musste, Neuwahlen!

In den Vorstand wurden gewählt:

1. Vorsitzende              Irmgard Klems

2. Vorsitzender            Josef Pfennings

1. Geschäftsführerin    Monika Pütz

2. Geschäftsführer       Andreas Kleinermann

1. Kassiererin              Cläre Kramp

2. Kassierer                Rainer Koch

Beisitzer                     Beate Franken

                                   Edmund Lübke

Sitzungspräsident       Heinz Schröder

Vizepräsident             Dr. Peter Kramp

Heinz Schröder
Heinz Schröder

Nun ging der neue Vorstand ans Werk. Und was tat er, er gab Geld aus.

Der Elferrat sollte seine lang ersehnten neuen Jacken bekommen. Neue Kappen hatte er sich bereits 3 Jahre vorher selber gekauft. Der Verein beschloss, 12 Jacken zu kaufen und diese auch ganz zu bezahlen. Unter der Leitung der neuen Vorsitzenden wurden seitens des Vorstands ganz neue Geldquellen aufgetan. Es wurde eine Werbeschrift durch die Geschäftsführerin erstellt und jedes Vorstandsmitglied bemühte sich um Werbepartner. Man hatte verstanden, dass wenn viele Arbeiten der Einzelne entlastet würde.

Aber der Clou kam in Gestalt von Präsentationsveranstaltungen einer Bettdecken-Firma. Die Mitglieder und die Dürboslarer Bevölkerung besuchten diese Veranstaltung so gut, dass am Ende ein sehr guter Betrag in die Vereinskasse kam. All diese Aktivitäten wurden auch im Hinblick auf das 50-jährige Jubiläum im Jahre 2000 gestartet. Denn Feste kosten ja bekanntlich Geld. 1998 legte der Präsident Heinz Schröder leider sein Amt nieder. Er hatte mit seinem großen Talent Reden, Reime und Gedichte zu verfassen, das Dürboslarer Publikum gekonnt unterhalten denn er war auch in der Lage, das Geschriebene gut rüber zu bringen. So blieb dem Vorstand keine andere Wahl, als einen neuen Präsidenten zu suchen. Diesmal wurde man aber insoweit enttäuscht, dass man keinen Dürboslarer für dieses Amt fand. Sollte denn nun die Situation eintreten, dass Dr. Peter Kramp die Sitzung leiten müsste? Wer aufmerksam gelesen hat der weiß, dass Peter Kramp dieses Stellvertreteramt schon seit 1982 bekleidet. Der Vorstand war aber nicht untätig und so bot sich die Gelegenheit beim Schützenfest 1998. Da trat beim Königsball Jemand ans Mikrofon, der den Dürboslarern schon seit einiger Zeit bekannt war. Seine Art zu reden begeisterte die Vorstandsmitglieder und so sprach man ihn an, ob er nicht das Amt des Präsidenten in Dürboslar übernehmen würde. Nach reiflicher Überlegung entschied sich Klaus Ulrich aus Pattern, das Amt anzunehmen. So leitete er 1999 seine 1. Sitzung in Dürboslar. Das Publikum war zunächst etwas zurückhaltend aber schon bei der 2. Sitzung hatte er das Publikum durch seine mitreißende Art auf seiner Seite.

Klaus Ullrich
Klaus Ullrich