Chronik - Der Anfang

Um Weihnachten 1949 war man in Dürboslar der Meinung, auch Karneval müsste im Dorf etwas geschehen.

So saßen am zweiten Weihnachtstag 1949 am Stammtisch in der Gaststätte Köbgens einige Herren zusammen um den Frühschoppen in vollen Zügen zu genießen.

Anwesend waren die Herren Heinz Küpper, Matthias Pütz, Josef Bücher, Franz Sevenich, Heinz Gatzweiler und einige andere Herren, die den Verfassern aber leider in der so lange zurückliegenden Zeit entfallen sind.

Der Frühschoppen am zweiten Weihnachtstag zog sich immer sehr lange hin, so dass manch einer mit dem Mittagessen von zu Hause versorgt wurde, Pizzataxis gab es ja noch nicht.
Mit zunehmendem Alkoholspiegel kam das Gespräch auf Karneval, und das am zweiten Weihnachtstag!

Man sprach über die Möglichkeit, einen Karnevalsumzug in Dürboslar zu veranstalten. Spontan sagte Karl-Heinz (Heinz Küpper):“ Wenn das was wird stelle ich meinen Ochsen zur Verfügung und wir ziehen mit dem durchs Dorf.“

Es kam Karnevalsonntag 1950 und das, was sich an diesem Tag ereignete, wird von der Karnevalsgesellschaft Schlemmännchere, nach Rücksprache mit den noch lebenden Gründern Änne Hens, Johannes Hens und Karl Kleinermann, als ihr Gründungsdatum angesehen.
Man war bei Böntens Billa zum Frühschoppen und erinnerte sich an das Gespräch vom zweiten Weihnachtstag und daran, dass Heinz Küpper seinen Ochsen für einen Karnevalsumzug zur Verfügung stellen wollte.

Genau dies machte man dann auch wahr. Man zog die Maarstraße hoch zur Wiese (jetziges Grundstück Edmund Hens) um den Ochsen zu holen.
Dem Zug voraus Karl-Heinz, Franz Jünger, Franz Schröder, Josef Jordan, Josef Meyer und Franz Lenzen. Von dort aus zog man mit dem Ochsen durch das ganze Dorf.
Es schlossen sich immer mehr Dürboslarer Karnevalsbegeisterte dem Zug an.
Im Laufe des Nachmittags ereigneten sich so manche Anekdoten, die bis heute in Erinnerung geblieben sind.

So gefielen z.B. Josef Meyer die Hufe und die Hörner des Ochsen nicht, er besorgte Farbe und lackierte dem Ochsen die Hufe und die Hörner wie? Rot natürlich!
Der Zug wurde immer größer und bunter, weil sich viele Kostümierte dem Zug anschlossen. So kam Johanna Schmelzer im Brautkleid.

Weil Josef Meyer den Zug schon in Cut und Zylinder begleitete, setzte man Johanna und Josef kurzerhand auf den Ochsen und führte sie so weiter durchs Dorf.

Man kam dann zum Hof Gatzweiler und kehrte dort ein. Schließlich musste man ja auch etwas Flüssiges zu sich nehmen. Bäckerin Erna Lenzen meinte, die Leute hätten sicher auch Hunger und spendierte eine Schüssel Pfannkuchen. Der Duft der frischen Pfannkuchen rief den Ochsen auf den Plan, denn der fraß kurzerhand die Schüssel mit den Pfannkuchen leer.

Nachdem der Ochse gesättigt war setzte sich der Zug wieder in Bewegung in Richtung Landstraße.

Da war doch noch was, ja natürlich, Alois Schmitz !

Seines Zeichens Wirt des Jägerheims und bei dem gibt es bestimmt etwas zu trinken. Man wurde nicht enttäuscht!

Von Alo aus ging es dann die Heerstraße hinauf. Am Tor des Hofes Koch stand Franz und winkte den Zug auf seinen Hof. Man ließ sich nicht lange bitten, denn man wusste, wenn der ernst macht gibt’s was ganz besonders gutes. So war es dann auch, Franz Koch spendierte der ganzen Sippschaft ein paar Flaschen Mosel Trester.

Aber eine wurde vermisst und das war Elisabeth Koch. Wem sollte das anders aufgefallen sein als Josef Meyer. Der fragte Franz, wo denn seine Frau sei? Franz meinte, die liege mit Grippe im Bett. Josef Meyer machte sich dann auf zu einem Krankenbesuch. Als er ins Krankenzimmer kam strauchelte er und fiel auf das Bett, es musste leider nach Karneval repariert werden, denn es war zusammen gebrochen!

Von Koch aus zog man dann weiter durch das Fuchsloch auf den Schulplatz vor die Gaststätte Köbgens. Alle gingen in die Gaststätte, außer Josef Jordan und Franz Jünger, die hatten noch eine besondere Idee.

Sie führten den Ochsen in die noch vom Krieg beschädigte Gaststätte, durch den Flur bis direkt vor die Theke (jetzige Kegelbahn).

Da der Ochse die Pfannkuchen gefressen hatte, bekam er einen mächtigen Durst. Das Spülbecken in der Theke zog ihn magisch an. Er soff es leer bis zum letzten Tropfen. Franz Lenzen aber meinte, dass Wasser alleine nicht genügt und goss dem Ochsen eine halbe Flasche Schnaps in das Becken. Natürlich Knolli Brändi. Von Köbgens aus ging es, nachdem man den Ochsen wieder auf der Straße hatte, weiter.

Es gab ja schließlich noch eine Kneipe und die musste man schließlich auch besuchen. Bei Billa (Gasstätte Meyer) angekommen sollte der Ochse natürlich auch dort mit in die Gaststätte. Aber oh Schreck, er ging nicht durch die Tür.

Bis zum Flur kam man aber die Tür zur Gaststätte war ein unüberwindbares Hindernis, obwohl man dem armen Ochsen schon fast den Kopf vom Hals abgedreht hatte. Aber auch am Schwanz konnte man ja noch anfassen und schieben. Das allerdings quittierte der Ochse mit einem riesengroßen Ochsenfladen mitten in den Flur.

Da alle Bemühungen, den Ochsen in die Gaststätte zu bugsieren gescheitert waren, wurde er wieder auf die Straße geführt und Heinz Küpper brachte das Tier nach Hause. Aber alle anderen, die sich an diesem Tag vergnügt hatten, feierten noch viele schöne Stunden Karneval.

Nachdem der erste Karnevalsumzug 1950 so eine gelungene Sache war, wird bis heute der Karnevalsumzug der KG Schlemmännchere am Karnevalssonntag durchgeführt.

Am Karnevalsmontag 1950 traf man sich zum Frühschoppen bei Billa,

Natürlich drehten sich die Gespräche beim Frühschoppen nur um den Umzug am Vortag. Es wurden weitere Pläne geschmiedet und so war es nicht verwunderlich, dass die Idee geboren wurde, Karnevalssitzungen durchzuführen.

Alles leichter gesagt als getan. Aber man blieb dran an der Idee. Im Laufe des Jahres 1950 traf man sich dann, um einen Vorstand zusammen zu stellen, der sich dann aus folgenden Personen zusammensetzte:

1. Vorsitzender:             Josef Jordan

Mit von der Partie waren auch Franz Lenzen, Franz Jünger, und Fritz Geusen. In welchen Ämtern ist allerdings leider heute nicht mehr nachzuvollziehen.

So einfach war es aber leider doch nicht, da man mit Karnevalssitzungen ja überhaupt keine Erfahrung hatte und es an allem fehlte. An Aktiven, die das Publikum unterhalten konnten, an Vorträgen, Gesangsstücken und allem anderen was zu einer Karnevalssitzung gehört.

In erster Linie musste auch ein Präsident gefunden werden und ein Elferrat. Den Präsidenten brauchte man nicht lange suchen. In der St. Ursula Straße ging einer seinem Schusterhandwerk nach, Und als Bossler Jong wird er uns nicht im Stich lassen. Gemeint war:

Heinrich Schröder Sen.

1.        Sitzungspräsident der KG Schlemmännchere

So machten sich die Vorstandsherren auf den Weg in die Schusterwerkstatt von Heinrich Schröder, die im alten Haus von Josef Bücher war (jetziges Wohnhaus Familie Franz Ernst Zander).

Man brachte das Anliegen vor und nach kurzem Zieren sagte er ja.

Von da an sprudelten die Ideen nur so aus Hein Schröder heraus und an seinem karnevalistischen Naturtalent hat sich die KG Schlemmännchere und ganz Dürboslar viele Jahre erfreut.

Er war einer der aktivsten Karnevalisten die der KG zur Verfügung standen als Präsident, Büttenredner, Gesangsinterpret und Verfasser von Liedern und Reden.